Meine Bilder  thematisieren die Vorstellung eines sich in ständiger Bewegung befindlichen Kosmos, aus dem alles neu entsteht und in dem sich gleichzeitig alles Formgewordene wieder auflöst. Aquarellig- fließend behandelte Farbflächen und schwerelos- schwebende organische Formen lassen die Bilder Unterwasserwelten gleichen. 

 

Aurel Schmidt, Publikation "doch- ein künstlerisches Brückenprojekt":
Alles ist im Fluss. Auf diese Weise ist der Bezug zum Wasser ebenso gegeben wie zu den Farben, die sich verbinden, die verschwimmen.
Wenn Annelen Käferstein sich auf grosse Formate einlässt, die gut und gern zwei bis zweieinhalb Meter Höhe und drei oder noch mehr Meter Länge erreichen, entsteht ein Blow-up, eine Steigerung, eine Dynamisierung, die den Betrachter ergreift und mitreisst, wie eine Überschwemmung. Man muss in das Bild eintauchen – anders geht es nicht. Weitere Bezüge zum Wasser.
Oder man muss in das Bild eintreten wie in einen Raum, einen Farbraum. Das ist auch nicht weiter erstaunlich, wenn man zur Kenntnis nimmt, dass Käferstein die Leinwand auf den Boden legt und beim Malen selbst in das entstehende Bild hineintritt. Auch das Betrachten wird zu einem Betreten des Farbraums, vielleicht eines Farbtraums.
„Schwebewasser“ nennt sie ihre Bilder oder „Nachtwasser“. Farbe wird transparent und fängt an zu schweben, aber manchmal auch schwer zu werden. Dann glaubt man, in tiefe Schichten des Meers zu sinken und darin zu treiben. Annelen Käfersteins denkt sich nach eigenen Aussagen die Wirkung ihrer Farben als ein im Wasser gesehenes Lichtphänomen.
Wie können Farben schweben? Mit dieser Fähigkeit der Farben kann durchaus ihre luzide, geistvolle, einleuchtende, aber ebenso auch lichtgeboreneEigenschaft gemeint sein. Wo Farbe ist, ist Licht, und wo Licht ist, glühen, strahlen, lodern die Farben – bis sie in einen psychedelischen Trip führen.  
Die Anregung zu ihrer Farbgestaltung nimmt Käferstein auch aus den lichtdurchfluteten Städten entlang der Mittelmeerküste – Marseille, Tanger, Algier – Sonne und Schatten – Vibrierendes Licht im Zenit des Tages – Albert Camus‘ literarische Essays  – Tipasa, wo die Götter wohnen –
Käferstein experimentiert mit den Farben. Sie trägt sie auf Leinwand auf, aber erhitzt sie auch auf Glas und Plexiglas, um durch diese Bearbeitung neue, überraschende Formen des ästhetischen Ausdrucks zu gewinnen. In diesem Fall – kann man sagen – gehen die Farben ihre eigenen Wege. Der eintretende Zufall ist gewollt, aber die absichtliche Komposition auf der Leinwand ist es genauso. Das Zusammenspiel von zufälliger Konstellation und und kalkulierter Setzung ist es, was ihr Interesse weckt. Und womit sie den einnehmenden Eindruck erzielt, den ihre Werke hinterlassen.